Klappe halten! Oder: Warum Ratlosigkeit glücklich macht

„Schatz, ich finde, Du solltest das besser anders machen.“ „Wieso legst Du die Zeitschriften denn jetzt dahin? Pack sie doch lieber da drüben hin.“ „Ich finde ja, dass Dir Schwarz nicht steht.“ „Du bist einfach so oberflächlich!“ Ist Euch schon Mal aufgefallen, dass wir den ganzen Tag über Ratschläge verteilen? Dass wir unseren Mitmenschen sagen, was sie in unseren Augen besser machen könnten? Was sie gar falsch anstellen? Wir sind flott darin, andere zu bewerten. Und ihnen einen Rat zu geben. Ungefragt wohl gemerkt.

Wenn wir den austeilen, fällt uns das manchmal gar nicht auf. Eine ganz andere Sache ist es, selber von den Mitmenschen ungefragt „beraten“ und bewertet zu werden. Das hinterlässt meist ungute Gefühle. Wir fühlen uns verletzt, missverstanden, verurteilt. Solche mal eben auf die Schnelle platzierten Anmerkungen sind vollkommen destruktiv. Maximal führen sie zu Selbstzweifeln.

Aber warum machen wir das? Warum meinen wir, unsere Liebsten ständig bewerten zu müssen und sie daran teilhaben zu lassen, dass uns etwas nicht passt? Ganz einfach: Weil sie nicht so funktionieren, wie wir es wollen. Wir haben uns in unserem Köpfchen zurecht gelegt, wie jemand zu reagieren, zu sein hat. Passt da etwas nicht zu unseren Erwartungen, denken wir selten: „Mensch, da lag ich aber ganz falsch. Warum habe ich das anders erwartet“, sondern greifen den anderen in seinem „Makel“ an. Wir geben polternd Kommentare ab, wir reden ihm etwas ein oder gerne auch aus. Tränen, laute Worte, ein kräftiger Streit und vor allem kleine Narben auf unserer Seele, bzw. der Seele unseres Gegenübers, sind die Folgen. Und nichts davon wird vergessen… Urteile anderer tragen wir gerne ewig mit uns rum, fragen uns, wie das nun gemeint war, ob der andere wohl Recht hat, dass mit uns etwas nicht stimmt. Während der „Ratgeber“ schon längst wieder fröhlich seines Weges geht, zermartern wir uns noch Hirn und Herz, ob er mit seinen Anmerkungen Recht hat.

Der erste Schritt aus dieser Bewertungs-Falle: Erkenne Dein Gegenüber in seiner Andersartigkeit an. Nein, vielleicht handelt er nicht immer so, wie Du es Dir wünscht. Aber werde Dir klar, dass es zunächst mal Dein Bild vom anderen ist, das „falsch“, also anders war, nicht der Mensch selbst. Und dann höre einfach mal einige Tage auf, ungefragte Ratschläge zu verteilen. Versuche Deinem Partner, Deinen Kollegen, Deinen Freunden, Deinen Kinder oder Eltern nichts auszureden und nicht ständig zu kommentieren, was sie tun oder denken. Du wirst überrascht sein, wie friedlich Euer Zusammenleben plötzlich ist. Weil Du den anderen in seiner Andersartigkeit sein lassen kannst. Und weil Du Dich erst Mal fragst, warum Dich das Verhalten des anderen irritiert oder ärgert, welche eigenen Frustrationen oder ungelebten Wünsche vielleicht in Dir selbst dahinter stecken.

Dazu habe ich neulich einen schönen Spruch gelesen:
„3+3 = 6. But so does 4+2. The way you do things is not always the only way to do them. Respect other people’s way of thinking.“ 

In diesem Sinne – Euch ein wunderbares Wochenende, frei von ungebetenen Ratschlägen. Lasst uns wissen, welche Erfahrungen Ihr damit macht, wir sind neugierig!

Herzlichst – Eure Nina von http://www.coaching-with-love.de

 

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