Nichts an Dir ist falsch! Du bist eine Variante von RICHTIG

Kürzlich berichtete uns eine Kundin, sie würde immer alles falsch machen. Sie fühle sich, als würde sie von einem Fettnäpfchen ins nächste springen. Ihr Chef kritisiert sie ständig dafür, dass sie nicht effektiv genug arbeite. Ihr Mann bezeichnet ihr Hobby Yoga als „Eos-Tick“ und findet, sie verbringe viel zu viel Zeit dort. Und eine Freundin habe ihr gerade eröffnet, dass sie es nervig findet, wie sich besagte Kundin in größerer Runde immer in den Vordergrund spielen würde. BANG! Eine ganz schöne Klatsche. Wenn unsere Mitmenschen, vor allem jene, denen wir nahe stehen, uns kritisieren, ist das meist eine deftige Ohrfeige für unser Selbstwertgefühl. Denn wir wollen doch immer die Guten sein: die anerkannte Kollegin und Mitarbeiterin, die treu sorgende Lebensgefährtin und die immer gut gelaunte, stets aufmerksame Freundin. Und dann kommen einfach Leute unseres Weges, die uns eigentlich – mal mehr, mal weniger deutlich – sagen: „Wie Du Dich verhält ist falsch. Du bist falsch.“

Doch was bedeutet das eigentlich, falsch zu sein? Kann man überhaupt falsch sein? Du ahnst es – NEIN, natürlich nicht! Du bist nicht falsch, nichts an Dir ist falsch. Du bist eine Variante von Richtig. Und zwar von Deinem ureigenen Richtig. Du in Deiner Persönlichkeit, in Deiner Art, Deinen Alltag zu gestalten, zu arbeiten, zu leben, zu lieben, zu fühlen bist einzigartig. Doch dieses „DU“ passt nicht immer in die Schubladen unseres Gegenübers. Der Chef steht nun Mal auf To-do-Listen und Excel-Tabellen und kann Deinem kreativen Schreibtisch-Chaos nichts abgewinnen, egal wie gut damit arbeitest. Dein Mann spielt Fußball und findet es irgendwie skurril, was Du da beim Yoga treibst. Zudem steckt dahinter die Angst, ausgegrenzt zu werden, nicht Teil dieser, Deiner Welt zu sein. Und Deine Freundin? Die wünscht sich vielleicht selber, einfach mal strahlend im Mittelpunkt einer Runde zu stehen und ist daher eifersüchtig auf Dich.

Es ist ein wenig wie bei den alten Apothekerschränken mit all ihren vielen Schubladen. Im Laufe unseres Lebens zimmern wir uns diesen Schrank zusammen und jeder Mensch, der uns begegnet, wird feinsäuberlich in eine Schublade einsortiert. Das schafft Ordnung und die beruhigt uns. Was aber, wenn da jemand so gar nicht rein passen will? Wenn er eigentlich in zwölf verschiedene Schubladen gehören würde? Oder gar in gar keine uns bekannte passt? Das erfüllt uns mit Unbehagen. Irgendwas an diesem Menschen passt nicht, ist halt falsch. Und statt einer neue Schublade, individuell für unser gegenüber zu schreinern, werfen wir ihr oder ihm vor, etwas nicht richtig zu machen.

Wenn Dir das nächste Mal jemand sagt, was Du alles vermeintlich falsch machst, probiere mal diese Reaktion aus: „Ich danke Dir für Deine Beobachtung. Was genau stört Dich denn an meinem Verhalten und was löst es in Dir aus? Warum fühlt sich das für Dich falsch an? Ich empfinde es nämlich als richtig.“ Oftmals stellt sich dann beim Gegenüber ziemlich rasch heraus, dass das Problem der eigene Apothekerschrank mit seinen Schubladen und eigene Wünsche und Sehnsüchte sind, ganz bestimmt aber nicht Du. Du hast nur bestimmte Knöpfe gedrückt bei Deinem Gegenüber, die unangenehm oder schmerzhaft sind. Am Ende kommt nicht immer die große Erkenntnis dabei heraus, zumindest aber die Einsicht, den anderen in seiner Einzigartigkeit stehen lassen zu können. Ihn eben nicht als „unrichtig“ und „falsch“ abzustrafen, sondern als eigene Variante von Richtig zu akzeptieren. Das ist ja schon Mal ein Anfang. Und beim nächsten Mal wird der Apothekerschrank vielleicht zu Brennholz verarbeitet…

Herzlichst – Eure Nina von http://www.coaching-with-love.de

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