Das mache ich jetzt! Oder: Wie Du Mut lernen kannst

Letztes Jahr um diese Zeit bin ich von einer sechsmonatigen Weltreise zurück gekommen. Ich habe als Selbständige alles stehen und liegen lassen, habe mich für ein halbes Jahr von meinen Auftraggebern verabschiedet, das Gesparte vom Konto genommen (und nein, da lagen keine riesigen Beträge), mein Auto verkauft (das musste auch dran glauben, eben weil das Konto nicht prall gefüllt war) und bin mit meinem Freund ins Flugzeug gestiegen: Südostasien, Australien, Hawaii, Karibik. Eine absolute Traumzeit! In den Tag leben, sich treiben lassen, Neues entdecken, die eigenen Werte überprüfen, Vorurteile abbauen. Herrlich!

„Hach, das würde ich auch gerne mal machen“, hörte ich immer wieder, wenn ich Freunden und Bekannten von der geplanten Reise erzählte. „Aber mir fehlt einfach der Mut.“ Je öfter ich diesen Satz hörte, umso mehr setzte ich mich damit auseinander. Bis ich den „Mutlosen“ ebenso wie vielen unserer Kundinnen heute sagte: „Der fehlende Mut ist nicht das Problem. Es sind Deine Ängste und Dein Umgang damit.“ Denn mutig zu sein bedeutet nicht, frei von Ängsten und Zweifeln zu sein. Diesen Zustand werden wir nie erreichen, wenn wir unsere gewohnte Komfortzone verlassen, um etwas Neues zu wagen. Ob es ein neuer Job ist, ein Umzug in eine andere Stadt, eine neue Wohnung oder das Beenden einer Beziehung ist: Bei all dem verlassen wir vertraute Bereiche, wagen uns aus der gefühlten Sicherheit in einen unsicheren Raum. Das macht uns Angst.

Wichtig ist: Das ist absolut in Ordnung. Du darfst Angst vor Unbekanntem haben. Schließlich hat uns diese Angst Jahrtausende davor bewahrt, von Säbelzahntigern verschlungen zu werden. Aber, gute Neuigkeiten: die gefräßigen Gesellen gibt es nicht mehr. Du kannst Dich aus Deiner Höhle heraus wagen. Und genau so beginnt der erste Schritt zu einem mutigen, selbstbestimmten Leben: Schau Dir Deine Ängste genau an. Wovor genau hast Du denn überhaupt Angst? Was lässt Dich zurückschrecken? Was hält Dich davon ab, Deine Komfortzone zu verlassen, zu kündigen, zu verreisen, eine Beziehung aufzulösen? Und dann begib Dich in die Angst. Lass Dich hinein fallen und frage Dich: „Was kann im schlimmsten Fall geschehen?“ Im Laufe dieses Prozesses passieren meist zwei ganz erstaunliche Dinge: Wir realisieren, dass der „worst case“, der schlimmste mögliche Fall, gar nicht so dramatisch wäre. Dass wir auch da wieder rauskommen würden. Vielleicht nicht auf direktem Wege, aber über einen kleinen Umweg. Und zum anderen wird unsere Angst kleiner. Wir fühlen uns mutiger!

Wichtig ist es, zu erkennen, dass die meisten der Gründe, warum wir etwas nicht wagen, lediglich Ausreden sind: „Ich kann mir das nicht leisten“, „In meinem Job ist das nicht möglich“, „Mein Chef würde das nie genehmigen“, „Mein Partner hätte dafür kein Verständnis“, „Ich bin nicht fit genug dafür“, „Ich bin eh schon zu alt für solche verrückten Dinge.“ Werde Dir bewusst: Du wirst immer Gründe finden, die gegen den Aufbruch sprechen. Aber das sind Dinge, die Du selber in Deinem Kopf, mit Deiner Angst entwickelst. Es sind nicht zwangsläufig objektiv vorhandene Schwierigkeiten. Du machst sie zu solchen!

Das Schöne ist, dass man das Mutigsein trainieren kann. Wie einen Beinmuskel, der langsam ans Joggen gewöhnt wird, so können wir unseren Mutmuskel auf größere Projekte vorbereiten. Einfach indem wir uns immer wieder Dinge trauen, vor denen wir eigentlich am liebsten zurückschrecken würden. Unangenehme Gespräche führen, laut lachen in einer Situation, in der es allen anderen als vollkommen unpassend erscheint, eine neue Sprache lernen, dem Nachbarn sagen, wie sehr seine laute Musik nervt. Es müssen nicht gleich die langen Weltreisen sein, fang im Kleinen an und Du wirst erstaunt sein, wie dankbar sich Dein Mutmuskel erweitert. Außerdem hilft es, sich von dem radikalen „Entweder/oder“ zu einem sanften „sowohl als auch“ zu bewegen. Schau auf die Mittelwege. Vielleicht liegt da (vorerst) Deine Erfüllung.

Zum Abschluss gebe ich Euch noch ein Zitat mit auf den Weg, das ich sehr schätze. Es stammt von der amerikanischen Schriftstellerin Anäis Nin, die sagte: „Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus – proportional zum eigenen Mut.“

In diesem Sinne – Lasst uns die Grenzen verschieben!

Herzliche Grüße – Nina von http://www.coaching-with-love.de

 

One thought on “Das mache ich jetzt! Oder: Wie Du Mut lernen kannst

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s