Sorge Dich weniger, lebe mehr!

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da wurde ich ziemlich durchgerüttelt. Nach einer schlimmen Trennung stand ich plötzlich bei Null. Musste mir ein neues Zuhause suchen, mich selbst wieder finden, die Trauer überstehen. In dieser Zeit verlor ich kurzfristig das, was ich für das wichtigste Rüstzeug im Alltag halte: das Vertrauen ins Leben. Die tiefe Gewissheit: „Ja, das läuft jetzt gerade anders als gedacht, vielleicht läuft es sogar richtig beschissen, ABER: Es geht vorbei.“ Dieser Glaube an das Positive war kurzzeitig verschwunden. Stattdessen begann ich, mir über alles Sorgen zu machen.

Ich sorgte mich um die großen Dinge und Fragen („Werde ich jemals wieder eine große Liebe finden?“, „Werden diese Wunden je heilen?“, „Werde ich im Job leistungsfähig bleiben?“, „Komme ich alleine durch?“, „Werde ich eine neue Wohnung finden, die ein Zuhause werden kann“, „Was habe ich nur alles falsch gemacht“), aber ich sorgte mich plötzlich auch um die kleinen, unwichtigen Dinge. Bei schönstem Sonnenschein fragte ich mich, wie lange der noch halten würde. Wenn mir jemand von seiner neuen Liebe erzählte, fragte ich – mal offen, mal in mich rein – „Na, ob das wohl gut gehen wird.“ Kurzum: Ich war der totale Griesgram. Dabei entspricht das überhaupt gar nicht meinem fröhlichen und dem Leben positiv zugewandten Naturell. Doch durch den Verlust des geliebten Menschen und meines vertrauten Umfeldes war scheinbar alles ins Wanken gekommen.

Bei mir war dies zum Glück nur eine kurze Phase. Aber sicherlich kennst Du auch Menschen – oder gehörst selber dazu, wenn Du ganz ehrlich bist –, die sich ständig Sorgen machen. Manchmal erkennt man sie schon von weitem an ihrem zerknautschten Gesichtsausdruck. Sie blicken in die Welt und warten nur darauf, dass etwas schief gehen könnte. Wird es morgen wohl regnen? Wird der Sohn die Matheklausur meistern? Wie lange ist der Job noch sicher? Geht mein Partner vielleicht fremd? Wenn man möchte, kann man sich so ziemlich über alles Sorgen machen. „Ich mache mir halt Gedanken über das Leben“, sagte kürzlich eine Bekannte, als ich sie auf ihren ständigen Sorgen-Falten-Gesichtsausdruck ansprach. Doch das stimmt nicht! Denn Sorgen haben nichts Positives, sie haben nichts damit zu tun, sich um sich selbst zu kümmern und auf sich zu achten. Im Gegenteil. Dahinter steckt ein einziges großes Misstrauen. Sich ständig Sorgen zu machen wirkt zerstörerisch auf uns selbst und auf unser Umfeld.

Wie Du da raus kommst? Beobachte Dich dabei, wo Du Dir im Alltag Sorgen machst und worüber. Angefangen bei kleinen Sachen, ob der Supermarkt noch geöffnet hat, wenn Du nach der Arbeit einkaufen willst, bis zu den großen Dingen, wie der Frage, ob Dein Partner Dich wirklich liebt, oder ob Dein Job noch sicher ist. Und dann nimm wahr, wie sich das anfühlt. Bald wirst Du erkennen: Sorgen sind nichts anderes als Ängste. Und die solltest Du Dir genau ansehen. Warum empfindest Du sie?

Übrigens: das Sich-Sorgen-Machen ist nicht angeboren. Als Babys und Kleinkinder schauen wir mutig in die Welt und vertrauen darauf, dass alles immer gut geht. Es sind meist unsere Eltern (vor allem die Mütter), Großeltern und Vertrauten, die uns mit ihren Ängsten in Berührung bringen. Hörst Du noch die Worte Deiner Mutter: „Pass ja gut auf Dich auf!“, „Bist Du auch warm genug angezogen?“, „Ruf unbedingt an, wenn Du angekommen bist.“ Alles lieb gemeinte Fragen und Ratschläge. Aber was dahinter steckt, sind Sorgen, sind Ängste. Beobachte Dich selbst dabei, ob auch Du solche Ratschläge an Deine Familie oder Freunde gibst. Wann immer Du beginnst, Dich zu sorgen, halte die Gedanken an und sage Dir: „Nein. Stop! Ich will mich jetzt nicht sorgen. Ich vertraue dem Leben.“ Letztlich läuft es auf den Satz hinaus, den ich zum Glück nach kurzer Sorgen-Zeit wieder zu meinem machte: „Ich liebe das Leben, und das Leben liebt mich“, worüber ich ja bereits einen Blog-Artikel geschrieben habe.

Also, geh hinaus. Mach Dir klar, dass es zu nichts führt, sich Sorgen zu machen. Die meisten Dinge werden geschehen, egal, ob Du Dir vorher das Hirn darüber zermartert hast, oder nicht. Also vertrau einfach darauf, dass Dir gelingt, was Du anfassen willst. Und zwar auch dann, wenn es anders kommt, als Du es Dir gewünscht oder es geplant hattest. Das Beste ist: Wenn Du Dich weniger sorgst, hast Du viel mehr Zeit für ein Leben voller Leichtigkeit. Viel Freude dabei!

Herzlichst – Deine Nina von http://www.coaching-with-love.de

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