Das gute Leben: Was wirklich zählt

Es war ein verregneter Sonntagmittag, an unserem langen Holztisch saßen sechs gute Freunde, die sich bestens unterhielten, lachten, Anekdoten von vergangenen Tagen erzählten und Pläne für die Zukunft schmiedeten. Auf dem Tisch köstliche Leckereien. Wir redeten und aßen, aßen und redeten. Sechs Stunden lang. Es fühlte sich warm und gut an. Und ziemlich analog noch dazu. Keiner von uns hatte in dieser Zeit sein Handy gezückt, keine Mails gecheckt, kein Foto des Festmahls bei Facebook gepostet, keinen Anruf beantwortet. Es war einfach nur ein fröhlicher Tag unter Freunden, die alle im Hier und Jetzt waren. Die sich nicht dafür interessierten, was ihre 589 Facebook-„Freunde“ gerade irgendwo auf der Welt treiben, oder ob der Chef schon Mal wieder am Sonntag eine „To do“-Mail für Montag geschickt hat. Dafür aber aufrichtig und ehrlich wissen wollten, wie es dem Gegenüber gerade so geht, was ihn bewegt. Es war ein guter Tag. Ein richtig, richtig guter Tag.

Es sind solche Momente, wenn ich mit geliebten Menschen zusammen oder in der einzigartigen Schönheit der Berge unterwegs bin, in denen ich spüre: Das ist es. Das ist es, was wirklich zählt. Es geht im Leben nicht darum, immer mehr zu haben, immer mehr zu sein (oder zumindest zu scheinen), immer besser zu werden. In den letzten Jahren haben wir von allen Seiten so viel Käse eingetrichtert bekommen. Wir müssten uns selbst optimieren in allem, was wir tun: Zeitmanagement, effizientes Arbeiten, Muskelauf- und Fettabbau, Styling. Wir müssten unsere Kinder schon als Zwerge zu Künstlern, Sportlern oder Sprachtalenten erziehen. Wir sollen uns an den anderen messen, um uns selbst immer wieder zu Spitzenleistungen zu treiben. Achja, und immerzu auf allen Kanälen erreichbar, das müssen wir natürlich auch sein. Ich weiß nicht so genau, wie es passieren konnte, aber irgendwie haben wir scheinbar all das einfach nur abgenickt – wenn auch nicht immer mit großer Begeisterung – und uns in unser Schicksal ergeben. Wir funktionieren und optimieren. Wir schreiben „Na klar, ich kümmere mich“, wenn mal wieder irgendwer irgendetwas von uns will. Dabei wollten wir gerade den Rechner aus machen und nach Hause fahren. Wir finden es nicht Mal mehr seltsam, noch abends auf dem Sofa Mails zu checken oder am frühen Morgen im Bett To-do-Listen für den Tag zu schreiben.

Mit einem Gefühl der Ohnmacht haben wir die Kontrolle über unsere Zeit abgegeben. Eine Studie des Statistischen Bundesamtes sagt, dass wir nur eine halbe Stunde mehr arbeiten als vor 15 Jahren. Doch wir fühlen uns ständig gestresst und gehetzt, was oftmals daran liegt, dass wir in unserer Arbeitszeit nicht in Ruhe arbeiten, sondern ständig abgelenkt werden. Alleine über 80 Mal checkt der Durchschnittsdeutsche sein Handy. Pro Tag! Ständig unter dem Druck, etwas zu verpassen.

Wir blicken durch eine Brille, die andere Menschen, die Werbung und sonstwer uns aufgesetzt haben und entwickeln absurde Ideen von dem, was wir „unbedingt und ganz dringend und sofort“ haben müssen und sein sollen. Wir laden Dich ein, die Pausetaste zu drücken und Dich ehrlich zu fragen: Was davon macht mich wirklich glücklich? Muss ich wirklich das neuste Handy haben? Muss mein Kleiderschrank prall gefüllt sein, das Auto von einer bekannten Marke, das Make-Up makellos? Macht Dich all das zu einem glücklicheren Menschen? Oder ist es nur eine kurze Befriedigung? Eine Belohnung für all die harte Arbeit, die Du leistest? Verständlich, aber es ist ein Teufelskreis. Denn alles, was Du Dir kaufst, musst Du Dir erst Mal finanzieren. Wodurch? Klar, Du ahnst es, durch Arbeit. Je mehr Du konsumierst, umso mehr musst Du arbeiten. Und musst Du die erste und letzte im Büro sein? Musst Du gelobt werden, weil Du auch noch nachts auf Kundenmails reagierst? Brauchst Du hunderte Facebook-Freunde, musst auf Twitter, Pinterest, Snapchat und XING vertreten sein?

Du wirst immer gestresster und sehnst Dich immer mehr nach Feierabend, Wochenende, Urlaub. Nach Ruhe. Dabei wäre die eigentliche Lösung, weniger zu machen. Weniger zu arbeiten, weniger erreichbar zu sein, weniger zu konsumieren, sich weniger mit anderen zu vergleichen, weniger online sein. Dafür mehr von den „echten“ Dingen zurück ins Leben holen. Freunde treffen, ihnen gegenübersitzen, in die Augen schauen, ihre Nähe spüren und ihnen wirklich zuhören, statt stundenlang die frisierten Fotos der Facebook-Buddies anzusehen. Mit dem oder der Liebsten Hand in Hand spazieren gehen, gemeinsam die Natur wahrnehmen, statt nur stumm nebeneinander auf dem Sofa vor der Glotze zu hocken. Sich Zeit nehmen zum Einkaufen auf dem Markt, zum Kochen und zum Essen. Die Produkte und die Arbeit, die darin steckt, schätzen, statt nur schnell beim Bäcker ein Sandwich to go einzuschieben.

Es sind ausnahmslos analoge Dinge, die uns glücklich machen. Dinge, bei denen wir uns nicht profilieren müssen, keine Konkurrenten ausstechen oder uns selber etwas beweisen müssen. Es sind die Momente, in denen wir ganz wir sein dürfen. Mit all unseren unfrisierten Macken und unseren Stärken. Wenn Du mal ganz ehrlich zu Dir selbst bist, braucht es nicht immer mehr, um glücklich zu sein. Wenn Du aus dem Hamsterrad aussteigst, wirst Du merken, wie wenig nötig ist, um ein zufriedenes Leben zu führen, in dem Du Dich spürst und respektierst. In dem Du Dich leicht und geborgen fühlst. Das Gute: es sind meist ganz einfache Dinge und Momente, die uns stärken. Nimm sie Dir. Erlaube sie Dir. Gönn sie Dir und – genieße sie mit vollem Herzen! Dann wirst Du bald merken, dass weniger wirklich mehr ist. Und falls Du den Ausgang aus dem verflixten Hamsterrad noch nicht siehst: Wir unterstützen Dich gerne dabei und starten mit Dir auf Deinen Weg voller Leichtigkeit und Lebensfreude.

Viel Freude dabei!
Deine Nina von http://www.coaching-with-love.de

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