Das gute Leben: Was wirklich zählt

Es war ein verregneter Sonntagmittag, an unserem langen Holztisch saßen sechs gute Freunde, die sich bestens unterhielten, lachten, Anekdoten von vergangenen Tagen erzählten und Pläne für die Zukunft schmiedeten. Auf dem Tisch köstliche Leckereien. Wir redeten und aßen, aßen und redeten. Sechs Stunden lang. Es fühlte sich warm und gut an. Und ziemlich analog noch dazu. Keiner von uns hatte in dieser Zeit sein Handy gezückt, keine Mails gecheckt, kein Foto des Festmahls bei Facebook gepostet, keinen Anruf beantwortet. Es war einfach nur ein fröhlicher Tag unter Freunden, die alle im Hier und Jetzt waren. Die sich nicht dafür interessierten, was ihre 589 Facebook-„Freunde“ gerade irgendwo auf der Welt treiben, oder ob der Chef schon Mal wieder am Sonntag eine „To do“-Mail für Montag geschickt hat. Dafür aber aufrichtig und ehrlich wissen wollten, wie es dem Gegenüber gerade so geht, was ihn bewegt. Es war ein guter Tag. Ein richtig, richtig guter Tag.

Es sind solche Momente, wenn ich mit geliebten Menschen zusammen oder in der einzigartigen Schönheit der Berge unterwegs bin, in denen ich spüre: Das ist es. Das ist es, was wirklich zählt. Es geht im Leben nicht darum, immer mehr zu haben, immer mehr zu sein (oder zumindest zu scheinen), immer besser zu werden. In den letzten Jahren haben wir von allen Seiten so viel Käse eingetrichtert bekommen. Wir müssten uns selbst optimieren in allem, was wir tun: Zeitmanagement, effizientes Arbeiten, Muskelauf- und Fettabbau, Styling. Wir müssten unsere Kinder schon als Zwerge zu Künstlern, Sportlern oder Sprachtalenten erziehen. Wir sollen uns an den anderen messen, um uns selbst immer wieder zu Spitzenleistungen zu treiben. Achja, und immerzu auf allen Kanälen erreichbar, das müssen wir natürlich auch sein. Ich weiß nicht so genau, wie es passieren konnte, aber irgendwie haben wir scheinbar all das einfach nur abgenickt – wenn auch nicht immer mit großer Begeisterung – und uns in unser Schicksal ergeben. Wir funktionieren und optimieren. Wir schreiben „Na klar, ich kümmere mich“, wenn mal wieder irgendwer irgendetwas von uns will. Dabei wollten wir gerade den Rechner aus machen und nach Hause fahren. Wir finden es nicht Mal mehr seltsam, noch abends auf dem Sofa Mails zu checken oder am frühen Morgen im Bett To-do-Listen für den Tag zu schreiben.

Mit einem Gefühl der Ohnmacht haben wir die Kontrolle über unsere Zeit abgegeben. Eine Studie des Statistischen Bundesamtes sagt, dass wir nur eine halbe Stunde mehr arbeiten als vor 15 Jahren. Doch wir fühlen uns ständig gestresst und gehetzt, was oftmals daran liegt, dass wir in unserer Arbeitszeit nicht in Ruhe arbeiten, sondern ständig abgelenkt werden. Alleine über 80 Mal checkt der Durchschnittsdeutsche sein Handy. Pro Tag! Ständig unter dem Druck, etwas zu verpassen.

Wir blicken durch eine Brille, die andere Menschen, die Werbung und sonstwer uns aufgesetzt haben und entwickeln absurde Ideen von dem, was wir „unbedingt und ganz dringend und sofort“ haben müssen und sein sollen. Wir laden Dich ein, die Pausetaste zu drücken und Dich ehrlich zu fragen: Was davon macht mich wirklich glücklich? Muss ich wirklich das neuste Handy haben? Muss mein Kleiderschrank prall gefüllt sein, das Auto von einer bekannten Marke, das Make-Up makellos? Macht Dich all das zu einem glücklicheren Menschen? Oder ist es nur eine kurze Befriedigung? Eine Belohnung für all die harte Arbeit, die Du leistest? Verständlich, aber es ist ein Teufelskreis. Denn alles, was Du Dir kaufst, musst Du Dir erst Mal finanzieren. Wodurch? Klar, Du ahnst es, durch Arbeit. Je mehr Du konsumierst, umso mehr musst Du arbeiten. Und musst Du die erste und letzte im Büro sein? Musst Du gelobt werden, weil Du auch noch nachts auf Kundenmails reagierst? Brauchst Du hunderte Facebook-Freunde, musst auf Twitter, Pinterest, Snapchat und XING vertreten sein?

Du wirst immer gestresster und sehnst Dich immer mehr nach Feierabend, Wochenende, Urlaub. Nach Ruhe. Dabei wäre die eigentliche Lösung, weniger zu machen. Weniger zu arbeiten, weniger erreichbar zu sein, weniger zu konsumieren, sich weniger mit anderen zu vergleichen, weniger online sein. Dafür mehr von den „echten“ Dingen zurück ins Leben holen. Freunde treffen, ihnen gegenübersitzen, in die Augen schauen, ihre Nähe spüren und ihnen wirklich zuhören, statt stundenlang die frisierten Fotos der Facebook-Buddies anzusehen. Mit dem oder der Liebsten Hand in Hand spazieren gehen, gemeinsam die Natur wahrnehmen, statt nur stumm nebeneinander auf dem Sofa vor der Glotze zu hocken. Sich Zeit nehmen zum Einkaufen auf dem Markt, zum Kochen und zum Essen. Die Produkte und die Arbeit, die darin steckt, schätzen, statt nur schnell beim Bäcker ein Sandwich to go einzuschieben.

Es sind ausnahmslos analoge Dinge, die uns glücklich machen. Dinge, bei denen wir uns nicht profilieren müssen, keine Konkurrenten ausstechen oder uns selber etwas beweisen müssen. Es sind die Momente, in denen wir ganz wir sein dürfen. Mit all unseren unfrisierten Macken und unseren Stärken. Wenn Du mal ganz ehrlich zu Dir selbst bist, braucht es nicht immer mehr, um glücklich zu sein. Wenn Du aus dem Hamsterrad aussteigst, wirst Du merken, wie wenig nötig ist, um ein zufriedenes Leben zu führen, in dem Du Dich spürst und respektierst. In dem Du Dich leicht und geborgen fühlst. Das Gute: es sind meist ganz einfache Dinge und Momente, die uns stärken. Nimm sie Dir. Erlaube sie Dir. Gönn sie Dir und – genieße sie mit vollem Herzen! Dann wirst Du bald merken, dass weniger wirklich mehr ist. Und falls Du den Ausgang aus dem verflixten Hamsterrad noch nicht siehst: Wir unterstützen Dich gerne dabei und starten mit Dir auf Deinen Weg voller Leichtigkeit und Lebensfreude.

Viel Freude dabei!
Deine Nina von http://www.coaching-with-love.de

Offline.

Kennst Du das auch, dass Du morgens aufwachst und als Erstes Dein Handy in die Hand nimmst? Es gibt ja schon wieder so viel online zu entdecken: Du schaust Dir Urlaubsfotos von Freunden auf Facebook an, beobachtest dies und das auf Instagram oder lässt Dich auch gerne mal bei Pinterest inspirieren. Aber das ist ja leider noch nicht alles. Du schaust Dir auch noch die neuesten Nachrichten auf Deiner Lieblings-Zeitungs-App an, beobachtest den Klatsch und Tratsch auf Gala oder Bunte, liest die neueste Mode im Fashion-Blog und nicht zu vergessen, die wichtigste App auf dem Handy: WhatsApp! Schon fast eine Standleitung zu sämtlichen Freunden, Kollegen, Partnern, Eltern, Familie, Geschwistern und und und…

…und wenn da die Einzelchats ja schon alles wären. Nein, es gibt noch die Gruppen-Chats aus der Yoga-Gruppe, mit den neuesten Termininfos. Die Familien-Gruppe mit aktuellen Bildern Deiner Nichte oder Deines Neffen oder/und einfach Spaß-Gruppen wo man sich permanent blöde Videos von YouTube sendet. Und das alles ist nur ein kleiner Auszug aus der Wirklichkeit.

Brauchen wir das wirklich? Müssen wir uns ständig via Handy austauschen, updaten, Fragen stellen, Antworten geben und noch viel schlimmer: Menschen beobachten wann und wie oft sie online sind? Ist das nicht krank? Ja, ist es!

Das dauerhafte Online-Sein macht uns tatsächlich krank. Wir sitzen bei der Arbeit und versuchen uns darauf zu konzentrieren, da sehen wir im Augenwinkel schon wieder eine WhatsApp-Nachricht auf dem Handy ankommen. Neugierig wie wir sind, schauen wir gleich nach. Natürlich heimlich, ohne dass es der Chef oder die Kollegen bemerken. Gelesen und somit abgelenkt, versuchen wir uns wieder auf die Arbeit zu konzentrieren. Ein paar Minuten später, schon wieder eine Nachricht, die wir selbstverständlich gleich lesen und umgehend beantworten. Den Blick noch aufs Handy, sehen wir im Augenwinkel auf unserem Arbeitscomputer eine neue Email eingehen. Und die Gedanken sind wieder bei der Arbeit. Da kommt schon wieder eine Push-Nachricht auf mein Handy, mit irgendeiner Neuigkeit…

…nach der Arbeit sitzen wir im Auto und hören während des Fahrens noch einige Sprachnachrichten an, die im Laufe des Tages unseren Whatsapp-Account erreicht haben. Diese werden natürlich auch umgehend beantwortet. Da klingelt das Handy und selbstverständlich wird auch dieser Anruf sofort angenommen…

Und dann gibt es auch noch die Situationen mit unseren Freunden im Café. Wir sind doch nur noch selten wirklich aktive Zuhörer, sind kaum noch im wirklichen Moment und unterhalten uns mit unseren Freunden. Sondern stattdessen bleiben wir mit all den anderen Freunden virtuell in Verbindung.

Merkst Du nicht auch, was für ein Energieräuber das ist? Dieses ständige Gedanken-hin-und-her? Auch wenn es körperlich nicht wirklich anstrengend ist, auf diese vielen Nachrichten zu reagieren, so ist es mental eine enorme Belastung für unseren Geist. Wir benötigen regelmäßig Ruhe und Erholung, sowohl für unseren Körper als auch mental. Und das bekommen wir nicht, wenn wir zu Beginn des Tages schon das blöde Handy in der Hand haben und uns von Informationen überfluten lassen. Und dann auch noch den ganzen Tag damit vollgemüllt werden, um am Abend im Bett neben unserem Handy einzuschlafen.

Es ist nicht die körperliche Arbeit, die in unserer Gesellschaft mehr geworden ist, es ist der Druck, mehr zu erreichen und vor allem die Überflutung mit Informationen durch zu viele Kommunikationsmittel. Auch wenn es technisch wunderbar ist, dass wir so fortschrittlich und modern miteinander kommunizieren können, so sollten wir auch hier überlegen, was ist wirklich wichtig und was überhaupt nicht.

Ich kann Euch nur von ganzem Herzen empfehlen: Geht regelmäßig offline und lasst Eure Gedanken öfter mal wieder frei. Löst Euch von dem (vermeintlichen) Erwartungsdruck anderer, ständig erreichbar sein zu müssen und in kürzester Zeit auf Nachrichten reagieren zu müssen. Ihr werdet sehen, wie viel Kraft und Energie Euch das gibt und wie unwichtig plötzlich Themen werden, die noch vor wenigen Stunden oberste Priorität hatten. Und solltest Du Hilfe dabei benötigen, wieder zu Dir und Deiner Ruhe zu finden, so sind Nina und ich gerne für Dich da!

Herzliche Grüße

Eure Jenni von http://www.coaching-with-love.de

P.S. Jetzt bin ich auch erst mal wieder offline und genieße das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde.

Hör auf, ein willenloses Opfer zu sein!

Zugegeben, der Titel meines heutigen Blog-Beitrags klingt ziemlich harsch. Aber tatsächlich verdient er mindestens ein Ausrufezeichen. Denn immer wieder erleben wir bei unserer Arbeit als Coach, aber auch privat im Freundes- und Familienkreis, das Menschen in die totale Opferrolle fallen. Sie machen andere Menschen verantwortlich für den Zustand ihres Lebens. Kennst Du das auch? Denkst – und fühlst – Du manchmal, dass andere Schuld daran sind, dass Du leidest, dass Du unglücklich, erfolglos oder mittellos bist? Machst Du den Chef, die Kollegen, die Firma, den Partner, die Eltern, die Freunde, die Regierung oder allgemein „die da oben“ verantwortlich dafür, wie Du Dich hier und heute fühlst?

Damit machst Du es Dir verdammt einfach! Und gleichzeitig richtig, richtig schwer. Denn Du verkennst, dass Du es bist, die/der durch – meist unbewusste – Gedanken, Gefühle und Handlungen Deine ganz eigene Realität erschaffst. Du suhlst Dich in der Opferrolle: „Ich kann ja nichts machen, die anderen sind Schuld!“ Du hast Dich längst auf den Beifahrersitz begeben und lässt andere darüber entscheiden, wohin die Reise Deines Lebens geht. Doch wenn Du einem anderen Menschen oder einer Gruppe von Menschen Verantwortung für Deinen Zustand, für Deine Glückseligkeit gibst, dann begibst Du Dich selbst in ein Gefühl der Ohnmacht. Du bist handlungsunfähig, die Macht haben die anderen. Du kannst maximal noch darauf reagieren. Aber ändern? Ändern kannst Du natürlich nichts. Aus diesem Gefühl der Ohnmacht wächst allerdings nicht Entspannung und Gleichgültigkeit, sondern in den meisten Fällen Trauer oder Wut. Du wirst immer frustrierter, weil Du Dich fremdgesteuert fühlst.

Diese passive Haltung des „Ich lasse mich lenken und andere entscheiden“, kennen wir aus unserer Kindheit. Da – und tatsächlich nur da – machte sie Sinn. Denn als kleine Kinder waren wir abhängig von unseren Eltern. Doch heute bist Du ein erwachsener Mensch. Mit all Deinen Erfahrungen, Stärken, Schwächen, Wünschen, Sehnsüchten, Deinem Potenzial, den Ecken und Kanten. Heute bist Du in der Lage, für Dich zu entscheiden. Es ist nicht das Leben, das Dich um Chancen betrogen hat. Es ist auch nicht der Chef, der Dir glückliche Momente stiehlt. Du selbst hast diesen passiven Zustand in Deinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen erzeugt.

Erst wenn Du Dir bewusst wirst, dass Du es bist, die auf dem Fahrersitz hockt, kannst Du Dich aus dieser Opferrolle befreien. Erkenne, dass Du alleine Dein Leben gestalten kannst, wie Du es Dir vorstellst. Du musst nicht ausharren, wo Du bist, wenn es Dir dort nicht gut geht. Du musst nicht in dem Job bleiben, wenn Du unter dem Chef oder dem Betriebsklima leidest. Du musst nicht das Übergewicht mit Dir rumtragen, das Dich einschränkt. Du musst nicht bei dem Partner bleiben, den Du schon längst nicht mehr liebst. Du musst nicht an dem Ort wohnen, der Dich nicht erfüllt. „Aber so einfach ist das ja nicht“, höre ich viele Kundinnen empört sagen. „Ich habe ja Verpflichtungen.“ Die Kinder, die Eltern oder Großeltern, die Hypothek, das gemeinsame Haus – was auch immer es sein mag. Schon wieder übergeben sie die Verantwortung an jemand anderen oder an „die Umstände“. Und belügen sich dabei selbst. Natürlich ist es oft nicht einfach, den Ist-Zustand zu verändern. Hat ja auch keiner behauptet. Aber es nicht tun, bloß weil es Anstrengung, Mut, Kreativität, vielleicht auch schmerzhafte Abschiede bedeutet, bevor daraus ein neues Glück wächst, ist ein selbst gewähltes Schicksal. Das Schicksal eines Opfers.

Erlaube Dir mehr! Erlaube Dir, Schöpfer Deines Lebens, eines schönen, eines guten Lebens zu sein. Mach Schluss mit der Opferrolle! Nimm „denen da oben“, dem Partner, den Eltern, dem Chef oder wer auch immer Dich scheinbar bestimmt, den Schlüssel aus der Hand und setze Dich wieder selbst hinter das Lenkrad. Und dann gib Gas! Fahr dahin, wo Du sein möchtest. Und wenn Du Starthilfe benötigst – wir sind gerne für Dich da.

Eine gute Fahrt!
Herzlichst – Nina von www.coaching-with-love.de

Zeit für mich! Wie wichtig es ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen…

Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf. Gut, zugegeben nicht unbedingt, weil ich um diese Uhrzeit aufstehen möchte. Es liegt eher daran, dass ich zu den Menschen gehöre, die mit sehr wenig Schlaf auskommen. Aber auch daran, dass ich über sehr viele Jahre immer um diese Zeit aufstehen musste und meine „innere Uhr“ dies noch immer nicht gelöscht hat. Eine Zeitlang empfand ich das als „nervig“, aber mittlerweile habe ich verstanden, diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Nämlich einfach für mich selbst.

Morgens zwischen 4:30 und 5:30 Uhr ist – meiner Meinung nach – die schönste Zeit des Tages. Zu keiner Zeit ist die Luft so klar und rein wie in dieser Stunde. Und es sind so wenige Menschen um diese Uhrzeit unterwegs, dass man einfach mal der Stille zuhören kann. Und jede Jahreszeit bringt ihren eigenen Charme mit sich.

So habe ich mir es zum Ritual gemacht, diese wertvolle „Morgenstunde“ zu einem Moment nur für mich zu gestalten. Jetzt im Frühling ist es zwar noch dunkel um diese Zeit, aber die Vögel sind schon hellwach und schenken ein Konzert, das kein menschliches Orchester schöner gestalten könnte. Und das noch in einer viel schöneren Kulisse als dem Opernhaus, nämlich einfach mitten in den Bergen in der freien Natur. Ich sitze auf meinem Balkon und höre dem Gesang zu und versuche dabei, einfach nur zu entspannen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Im Sommer dagegen bin ich sehr aktiv um diese Zeit. Denn da ist es trotz Dämmerung schon sehr viel heller und man kann diese Tageszeit nutzen, um zum Beispiel Sport zu treiben. Am liebsten schwimme ich morgens im See. Nämlich dann, wenn außer mir niemand dort ist. Auch hier habe ich Zeit nur für mich selbst und kann beobachten, wie die Natur mit mir in den Tag startet. Diese Frische, wenn man aus dem Wasser steigt, ist unbeschreiblich schön. Und es gibt für mich nichts, was mich fitter, vitaler und frischer in den Tag starten lässt, als das morgendliche Eintauchen in einen See, an dem zu späterer Stunde die Sonne hinter den Bergen hervorkommt und auf das Wasser glitzert.

Der Herbst dagegen lockt mich oft zu einem Spaziergang aus dem Haus. An guten Tagen auch mal zu einem Lauftraining. Und selbst dann, wenn es mal ungemütlich, regnerisch und windig ist, finde ich Zeit für mich, um meine Gedanken neu zu sortieren.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man jeden Tag unbedingt Zeit für sich haben sollte. Und wenn es nur ein Moment ist, in dem man sich die Frage stellt: „Bin ich noch auf meinem Weg? Bin ich noch ich selbst?“ Diese Fragen sind schnell beantwortet, aber man muss Zeit finden, sie sich überhaupt erst mal zu stellen…

Umgeben von unserer Familie, von unseren Freunden oder unserem Partner, werden wir doch immer wieder beeinflusst. Das muss nicht unbedingt negativ sein. Auch ein wunderbarer Partner, der uns bereichert an positiver Energie, uns unterstützt und uns liebt, so wie wir sind, kann uns dennoch in eine Richtung beeinflussen, in die wir vielleicht gar nicht gehen möchten.

Im Winter, wenn der schöne Schnee auf den Gipfeln der Berge sitzt, schaffe ich es meistens nicht aus dem Haus. Ich verweile dann am liebsten mit einer Tasse Kakao auf meinem Balkon. Eingemummelt in eine kuschelige, warme Decke, mit meinem Kater auf dem Schoß versuche ich meinen Atem in der Dunkelheit zu verfolgen und die oft noch vielen Sterne der klaren Nächte am Himmel zu beobachten.

Es mag für den ein oder anderen sicher schwierig sein, um diese Zeit aufzustehen. Aber wenn man mal die Schönheit der Natur um diese Uhrzeit entdeckt hat, freut man sich jeden Morgen auf diese unbeschreiblich schönen Momente. Und die Vitalität, die man für den ganzen Tag daraus zieht, lässt einen fast schon süchtig danach werden, es jeden Tag zu tun.

Probiert es doch einfach mal aus. Und wenn die Morgenstunde nicht Euer Ritual wird, dann findet Ihr bestimmt ein anderes für Euch passendes. Hauptsache Ihr nehmt Euch Zeit für Euch!

Herzliche Grüße

Eure Jenni von http://www.coaching-with-love.de

Sorge Dich weniger, lebe mehr!

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da wurde ich ziemlich durchgerüttelt. Nach einer schlimmen Trennung stand ich plötzlich bei Null. Musste mir ein neues Zuhause suchen, mich selbst wieder finden, die Trauer überstehen. In dieser Zeit verlor ich kurzfristig das, was ich für das wichtigste Rüstzeug im Alltag halte: das Vertrauen ins Leben. Die tiefe Gewissheit: „Ja, das läuft jetzt gerade anders als gedacht, vielleicht läuft es sogar richtig beschissen, ABER: Es geht vorbei.“ Dieser Glaube an das Positive war kurzzeitig verschwunden. Stattdessen begann ich, mir über alles Sorgen zu machen.

Ich sorgte mich um die großen Dinge und Fragen („Werde ich jemals wieder eine große Liebe finden?“, „Werden diese Wunden je heilen?“, „Werde ich im Job leistungsfähig bleiben?“, „Komme ich alleine durch?“, „Werde ich eine neue Wohnung finden, die ein Zuhause werden kann“, „Was habe ich nur alles falsch gemacht“), aber ich sorgte mich plötzlich auch um die kleinen, unwichtigen Dinge. Bei schönstem Sonnenschein fragte ich mich, wie lange der noch halten würde. Wenn mir jemand von seiner neuen Liebe erzählte, fragte ich – mal offen, mal in mich rein – „Na, ob das wohl gut gehen wird.“ Kurzum: Ich war der totale Griesgram. Dabei entspricht das überhaupt gar nicht meinem fröhlichen und dem Leben positiv zugewandten Naturell. Doch durch den Verlust des geliebten Menschen und meines vertrauten Umfeldes war scheinbar alles ins Wanken gekommen.

Bei mir war dies zum Glück nur eine kurze Phase. Aber sicherlich kennst Du auch Menschen – oder gehörst selber dazu, wenn Du ganz ehrlich bist –, die sich ständig Sorgen machen. Manchmal erkennt man sie schon von weitem an ihrem zerknautschten Gesichtsausdruck. Sie blicken in die Welt und warten nur darauf, dass etwas schief gehen könnte. Wird es morgen wohl regnen? Wird der Sohn die Matheklausur meistern? Wie lange ist der Job noch sicher? Geht mein Partner vielleicht fremd? Wenn man möchte, kann man sich so ziemlich über alles Sorgen machen. „Ich mache mir halt Gedanken über das Leben“, sagte kürzlich eine Bekannte, als ich sie auf ihren ständigen Sorgen-Falten-Gesichtsausdruck ansprach. Doch das stimmt nicht! Denn Sorgen haben nichts Positives, sie haben nichts damit zu tun, sich um sich selbst zu kümmern und auf sich zu achten. Im Gegenteil. Dahinter steckt ein einziges großes Misstrauen. Sich ständig Sorgen zu machen wirkt zerstörerisch auf uns selbst und auf unser Umfeld.

Wie Du da raus kommst? Beobachte Dich dabei, wo Du Dir im Alltag Sorgen machst und worüber. Angefangen bei kleinen Sachen, ob der Supermarkt noch geöffnet hat, wenn Du nach der Arbeit einkaufen willst, bis zu den großen Dingen, wie der Frage, ob Dein Partner Dich wirklich liebt, oder ob Dein Job noch sicher ist. Und dann nimm wahr, wie sich das anfühlt. Bald wirst Du erkennen: Sorgen sind nichts anderes als Ängste. Und die solltest Du Dir genau ansehen. Warum empfindest Du sie?

Übrigens: das Sich-Sorgen-Machen ist nicht angeboren. Als Babys und Kleinkinder schauen wir mutig in die Welt und vertrauen darauf, dass alles immer gut geht. Es sind meist unsere Eltern (vor allem die Mütter), Großeltern und Vertrauten, die uns mit ihren Ängsten in Berührung bringen. Hörst Du noch die Worte Deiner Mutter: „Pass ja gut auf Dich auf!“, „Bist Du auch warm genug angezogen?“, „Ruf unbedingt an, wenn Du angekommen bist.“ Alles lieb gemeinte Fragen und Ratschläge. Aber was dahinter steckt, sind Sorgen, sind Ängste. Beobachte Dich selbst dabei, ob auch Du solche Ratschläge an Deine Familie oder Freunde gibst. Wann immer Du beginnst, Dich zu sorgen, halte die Gedanken an und sage Dir: „Nein. Stop! Ich will mich jetzt nicht sorgen. Ich vertraue dem Leben.“ Letztlich läuft es auf den Satz hinaus, den ich zum Glück nach kurzer Sorgen-Zeit wieder zu meinem machte: „Ich liebe das Leben, und das Leben liebt mich“, worüber ich ja bereits einen Blog-Artikel geschrieben habe.

Also, geh hinaus. Mach Dir klar, dass es zu nichts führt, sich Sorgen zu machen. Die meisten Dinge werden geschehen, egal, ob Du Dir vorher das Hirn darüber zermartert hast, oder nicht. Also vertrau einfach darauf, dass Dir gelingt, was Du anfassen willst. Und zwar auch dann, wenn es anders kommt, als Du es Dir gewünscht oder es geplant hattest. Das Beste ist: Wenn Du Dich weniger sorgst, hast Du viel mehr Zeit für ein Leben voller Leichtigkeit. Viel Freude dabei!

Herzlichst – Deine Nina von http://www.coaching-with-love.de

Das mache ich jetzt! Oder: Wie Du Mut lernen kannst

Letztes Jahr um diese Zeit bin ich von einer sechsmonatigen Weltreise zurück gekommen. Ich habe als Selbständige alles stehen und liegen lassen, habe mich für ein halbes Jahr von meinen Auftraggebern verabschiedet, das Gesparte vom Konto genommen (und nein, da lagen keine riesigen Beträge), mein Auto verkauft (das musste auch dran glauben, eben weil das Konto nicht prall gefüllt war) und bin mit meinem Freund ins Flugzeug gestiegen: Südostasien, Australien, Hawaii, Karibik. Eine absolute Traumzeit! In den Tag leben, sich treiben lassen, Neues entdecken, die eigenen Werte überprüfen, Vorurteile abbauen. Herrlich!

„Hach, das würde ich auch gerne mal machen“, hörte ich immer wieder, wenn ich Freunden und Bekannten von der geplanten Reise erzählte. „Aber mir fehlt einfach der Mut.“ Je öfter ich diesen Satz hörte, umso mehr setzte ich mich damit auseinander. Bis ich den „Mutlosen“ ebenso wie vielen unserer Kundinnen heute sagte: „Der fehlende Mut ist nicht das Problem. Es sind Deine Ängste und Dein Umgang damit.“ Denn mutig zu sein bedeutet nicht, frei von Ängsten und Zweifeln zu sein. Diesen Zustand werden wir nie erreichen, wenn wir unsere gewohnte Komfortzone verlassen, um etwas Neues zu wagen. Ob es ein neuer Job ist, ein Umzug in eine andere Stadt, eine neue Wohnung oder das Beenden einer Beziehung ist: Bei all dem verlassen wir vertraute Bereiche, wagen uns aus der gefühlten Sicherheit in einen unsicheren Raum. Das macht uns Angst.

Wichtig ist: Das ist absolut in Ordnung. Du darfst Angst vor Unbekanntem haben. Schließlich hat uns diese Angst Jahrtausende davor bewahrt, von Säbelzahntigern verschlungen zu werden. Aber, gute Neuigkeiten: die gefräßigen Gesellen gibt es nicht mehr. Du kannst Dich aus Deiner Höhle heraus wagen. Und genau so beginnt der erste Schritt zu einem mutigen, selbstbestimmten Leben: Schau Dir Deine Ängste genau an. Wovor genau hast Du denn überhaupt Angst? Was lässt Dich zurückschrecken? Was hält Dich davon ab, Deine Komfortzone zu verlassen, zu kündigen, zu verreisen, eine Beziehung aufzulösen? Und dann begib Dich in die Angst. Lass Dich hinein fallen und frage Dich: „Was kann im schlimmsten Fall geschehen?“ Im Laufe dieses Prozesses passieren meist zwei ganz erstaunliche Dinge: Wir realisieren, dass der „worst case“, der schlimmste mögliche Fall, gar nicht so dramatisch wäre. Dass wir auch da wieder rauskommen würden. Vielleicht nicht auf direktem Wege, aber über einen kleinen Umweg. Und zum anderen wird unsere Angst kleiner. Wir fühlen uns mutiger!

Wichtig ist es, zu erkennen, dass die meisten der Gründe, warum wir etwas nicht wagen, lediglich Ausreden sind: „Ich kann mir das nicht leisten“, „In meinem Job ist das nicht möglich“, „Mein Chef würde das nie genehmigen“, „Mein Partner hätte dafür kein Verständnis“, „Ich bin nicht fit genug dafür“, „Ich bin eh schon zu alt für solche verrückten Dinge.“ Werde Dir bewusst: Du wirst immer Gründe finden, die gegen den Aufbruch sprechen. Aber das sind Dinge, die Du selber in Deinem Kopf, mit Deiner Angst entwickelst. Es sind nicht zwangsläufig objektiv vorhandene Schwierigkeiten. Du machst sie zu solchen!

Das Schöne ist, dass man das Mutigsein trainieren kann. Wie einen Beinmuskel, der langsam ans Joggen gewöhnt wird, so können wir unseren Mutmuskel auf größere Projekte vorbereiten. Einfach indem wir uns immer wieder Dinge trauen, vor denen wir eigentlich am liebsten zurückschrecken würden. Unangenehme Gespräche führen, laut lachen in einer Situation, in der es allen anderen als vollkommen unpassend erscheint, eine neue Sprache lernen, dem Nachbarn sagen, wie sehr seine laute Musik nervt. Es müssen nicht gleich die langen Weltreisen sein, fang im Kleinen an und Du wirst erstaunt sein, wie dankbar sich Dein Mutmuskel erweitert. Außerdem hilft es, sich von dem radikalen „Entweder/oder“ zu einem sanften „sowohl als auch“ zu bewegen. Schau auf die Mittelwege. Vielleicht liegt da (vorerst) Deine Erfüllung.

Zum Abschluss gebe ich Euch noch ein Zitat mit auf den Weg, das ich sehr schätze. Es stammt von der amerikanischen Schriftstellerin Anäis Nin, die sagte: „Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus – proportional zum eigenen Mut.“

In diesem Sinne – Lasst uns die Grenzen verschieben!

Herzliche Grüße – Nina von http://www.coaching-with-love.de

 

Nichts an Dir ist falsch! Du bist eine Variante von RICHTIG

Kürzlich berichtete uns eine Kundin, sie würde immer alles falsch machen. Sie fühle sich, als würde sie von einem Fettnäpfchen ins nächste springen. Ihr Chef kritisiert sie ständig dafür, dass sie nicht effektiv genug arbeite. Ihr Mann bezeichnet ihr Hobby Yoga als „Eos-Tick“ und findet, sie verbringe viel zu viel Zeit dort. Und eine Freundin habe ihr gerade eröffnet, dass sie es nervig findet, wie sich besagte Kundin in größerer Runde immer in den Vordergrund spielen würde. BANG! Eine ganz schöne Klatsche. Wenn unsere Mitmenschen, vor allem jene, denen wir nahe stehen, uns kritisieren, ist das meist eine deftige Ohrfeige für unser Selbstwertgefühl. Denn wir wollen doch immer die Guten sein: die anerkannte Kollegin und Mitarbeiterin, die treu sorgende Lebensgefährtin und die immer gut gelaunte, stets aufmerksame Freundin. Und dann kommen einfach Leute unseres Weges, die uns eigentlich – mal mehr, mal weniger deutlich – sagen: „Wie Du Dich verhält ist falsch. Du bist falsch.“

Doch was bedeutet das eigentlich, falsch zu sein? Kann man überhaupt falsch sein? Du ahnst es – NEIN, natürlich nicht! Du bist nicht falsch, nichts an Dir ist falsch. Du bist eine Variante von Richtig. Und zwar von Deinem ureigenen Richtig. Du in Deiner Persönlichkeit, in Deiner Art, Deinen Alltag zu gestalten, zu arbeiten, zu leben, zu lieben, zu fühlen bist einzigartig. Doch dieses „DU“ passt nicht immer in die Schubladen unseres Gegenübers. Der Chef steht nun Mal auf To-do-Listen und Excel-Tabellen und kann Deinem kreativen Schreibtisch-Chaos nichts abgewinnen, egal wie gut damit arbeitest. Dein Mann spielt Fußball und findet es irgendwie skurril, was Du da beim Yoga treibst. Zudem steckt dahinter die Angst, ausgegrenzt zu werden, nicht Teil dieser, Deiner Welt zu sein. Und Deine Freundin? Die wünscht sich vielleicht selber, einfach mal strahlend im Mittelpunkt einer Runde zu stehen und ist daher eifersüchtig auf Dich.

Es ist ein wenig wie bei den alten Apothekerschränken mit all ihren vielen Schubladen. Im Laufe unseres Lebens zimmern wir uns diesen Schrank zusammen und jeder Mensch, der uns begegnet, wird feinsäuberlich in eine Schublade einsortiert. Das schafft Ordnung und die beruhigt uns. Was aber, wenn da jemand so gar nicht rein passen will? Wenn er eigentlich in zwölf verschiedene Schubladen gehören würde? Oder gar in gar keine uns bekannte passt? Das erfüllt uns mit Unbehagen. Irgendwas an diesem Menschen passt nicht, ist halt falsch. Und statt einer neue Schublade, individuell für unser gegenüber zu schreinern, werfen wir ihr oder ihm vor, etwas nicht richtig zu machen.

Wenn Dir das nächste Mal jemand sagt, was Du alles vermeintlich falsch machst, probiere mal diese Reaktion aus: „Ich danke Dir für Deine Beobachtung. Was genau stört Dich denn an meinem Verhalten und was löst es in Dir aus? Warum fühlt sich das für Dich falsch an? Ich empfinde es nämlich als richtig.“ Oftmals stellt sich dann beim Gegenüber ziemlich rasch heraus, dass das Problem der eigene Apothekerschrank mit seinen Schubladen und eigene Wünsche und Sehnsüchte sind, ganz bestimmt aber nicht Du. Du hast nur bestimmte Knöpfe gedrückt bei Deinem Gegenüber, die unangenehm oder schmerzhaft sind. Am Ende kommt nicht immer die große Erkenntnis dabei heraus, zumindest aber die Einsicht, den anderen in seiner Einzigartigkeit stehen lassen zu können. Ihn eben nicht als „unrichtig“ und „falsch“ abzustrafen, sondern als eigene Variante von Richtig zu akzeptieren. Das ist ja schon Mal ein Anfang. Und beim nächsten Mal wird der Apothekerschrank vielleicht zu Brennholz verarbeitet…

Herzlichst – Eure Nina von http://www.coaching-with-love.de